Selbständig mit Kreativität

selbständig mit kunst erste schritte

Selbständig mit Kreativität: Erste Schritte

2019…das Jahr, das alles verändern wird. Ich habe im November 2018 meine Kündigung eingereicht und werde mich dieses Jahr im März selbständig machen. Das ist für mich ein großer und natürlich risikohafter Schritt. Ich habe nämlich 12 Jahre im Unternehmen gearbeitet. Tag ein und Tag aus nur Zahlen. Ich arbeite nämlich in der Buchhaltung.

Warum nun dieser Schritt?

Ich habe schon länger den Wunsch gehabt, selbständig zu sein. Mit kreativen Sachen mein Geld zu verdienen.  Es hat mir immer Spaß gemacht, mit Zahlen umzugehen, aber es ist nicht immer ein leichter Job gewesen. Und ehrlich gesagt, es frustrierte mich immer mehr, dass ich noch kaum Zeit hatte, mich kreativ zu betätigen. Eines kann ich Dir sagen, wenn Du mehr als 10 Stunden unterwegs bist (Überstunden, Pendeln etc) und ganztags mental arbeitest, dann hast Du keinen Kopf mehr, um abends noch kreativ zu sein. Ich habe sogar 6 Jahre mit der Kunst aufgehört. Das war wegen der Ausbildung und dem darauf folgendem Studium. Schlimmster Fehler meines Lebens. Danach fiel ich in ein kreatives Loch, denn ich musste von neu anfangen und ich hatte mein Selbstvertrauen in meine künstlerischen Fähigkeiten verloren. Ich habe mit Müh und Not das Ruder noch herumreißen können und muss immer noch einiges an Arbeiten reinstecken.

Ich arbeite eigentlich seit jeher noch nebenbei und habe versucht, mir etwas nebenberuflich aufzubauen. Aber wegen der Problematik oben ging das nicht. Ich kam nicht voran.


Selbständig mit Kreativität – Welche negativen Folgen hat eine doppelte Belastung?

So einige.

  • Keine Erholung
  • Keine Freizeit
  • Ständiger Stress
  • Belastet die Beziehung

Und ich raste direkt ins Burn Out.

Da ich so lange im Unternehmen war, konnte ich dementsprechend auch viele Bereiche und war gefühlt Ansprechpartner für jeden. Das zerrt an Dir.  Es war immer selbstverständlich, dass Du die Sachen erledigst. Irgendwann habe ich mich nur ausgelaugt gefühlt und war nur noch gereizt.

Ich wusste, wenn nicht langsam etwas geschah, würde ich nicht mehr lange durchhalten.

Welche Auswege gibt es, wenn Du Dich nicht direkt selbständig machen kannst oder willst?

Natürlich musst Du nicht direkt kündigen. In meiner Situation war das leider unabdingbar, weil das Arbeitspensum in meiner Firma keine Teilzeit zuließ, ein Sabbathjahr war dementsprechend auch nicht möglich und von Homeoffice war meine Abteilung nicht so der Fan. Nach der Kündigung wurde mir all dies zwar angeboten, aber ich habe bereits Verpflichtungen als Freiberufler zugesagt. Schade ist nur, dass erst nach der Kündigung dies alles plötzlich möglich ist.

Versuche bei Deiner Firma, nach Teilzeit zu fragen, wenn Homeoffice nicht drin ist. Es sichert Dir ein regelmäßiges Einkommen und vor allem: die Sozialversicherungen werden bezahlt. Und Du hast mehr Freizeit für Deinen Nebenberuf. Das ist die optimale Lösung für Dich.

Vorbereitung ist alles

Zuallererst: Sei Dir bewusst, dass dieser Schritt sehr viel Vorbereitung erfordert. Und eine bewusste Einstellung. Hier habe ich absichtlich nicht „richtige Einstellung“ gesagt, weil es den Kern nicht trifft. Du musst Dir nämlich wirklich einiges bewusst sein:

  • Kein regelmäßiges Einkommen
  • Du selbst bist verantwortlich, Dir zahlende Aufträge und Klienten zu besorgen
  • Sozialversicherungen zahlst Du allein
  • Du musst Dich um alles selbst kümmern
  • Arbeiten auch an freien Tagen

Die hässlichen Seiten einer Selbständigkeit habe ich hier detailliert aufgeschrieben. Ich bin mir all dieser Sachen bewusst und ich denke, dass ich damit klarkommen werde.

Erster Schritt, um selbständig zu werden

Zuerst musste ich mich um den größten Kostenfaktor kümmern: die Sozialversicherungen.

Momentan übernimmt es ja der Arbeitgeber zur Hälfte. Du siehst ja selbst anhand Deiner Gehaltsabrechnung, wieviel Du eigentlich erhältst und wieviel Du nachher auf Deinem Konto siehst. Ob Angestellter oder Freiberufler, Sozialversicherungen sind Pflichtversicherungen, die jeder haben muss.

Als selbständige müssen diese Kosten allein getragen werden. Momentan sind es etwa 200,00 € im Monat. Die Höhe hängt von Deinem Verdienst ab. Für den Anfang habe ich den niedrigsten Verdienst genommen (TKK Berechnung). Auf der Homepage gibt es auch einen Rechner, aber der berechnet Dir das Komplettpaket mit allen zusätzlichen Leistungen. Seit 2019 hat sich aber was zugunsten von Freiberuflern geändert. Wo Du früher fast 400-500,00 € zahlen musstest, musst Du nun nur noch die 200,00 € blechen. Ist das nicht ein krasser Unterschied?

Da ich künstlerisch unterwegs bin, werde ich versuchen, in die KSK zu kommen. KSK steht für Künstlersozialkasse. Dort verhält es sich wie bei einem Angestelltenverhältnis. Die KSK zahlt eine Hälfte und Du die andere. Bei ihr wäre mein monatlicher Beitrag etwa 100,00 €. Noch einmal ein Ersparnis für mich.

Was ist die KSK?

KSK= Künstlersozialkasse. Darüber können sich Künstler und Publizisten sozialversichern lassen. Sie übernehmen sozusagen die Rolle des Arbeitgebers und unterstützen den Künstler mit den Sozialversicherungen. Wo Du bei einer normalen Krankenkasse 200,00 € zahlen musst, musst Du hier nur noch knapp 100,00 €. Das erspart Dir viel Geld.

Ich habe mit einer Dame vom KSK gesprochen:

Sie riet mir, da ich mich erst März selbständig mache, kurz davor den Antrag abzuschicken. Ich wollte nämlich schon ein halbes Jahr im Voraus alles fertigmachen. Dies sei zu früh.

Also fülle den Antrag kurz vor Deiner Selbständigkeit aus und schick es der KSK. Da ich unbedingt dort aufgenommen werden möchte, werde ich nicht nur den Antrag ausfüllen, sondern auch meine Arbeiten hinzufügen. Quasi eine Bewerbung fertigmachen. Besser mehr als zu wenig.

Der Antrag kann bis zu 6 Monate Bearbeitungszeitraum in Anspruch nehmen. Bis dahin musst Du Dich also bei einer Krankenkasse pflichtversichern und bis dahin halt deren Beitrag bezahlen. Wenn der Antrag bei der KSK durchkommt, dann wird Dir das natürlich erstattet.

Jetzt musst Du nur noch finanziell berechnen, wieviel Du für den Monat brauchst. Miete, Strom, Internet, Lebensmittel. Bei mir habe ich etwa 600,00 € mit allem drum und dran (also inkl. Sozialversicherungsbeiträge) berechnet. Allerdings ist dies schon krass eng berechnet, aber ich brauche halt nicht viel für den Monat. Das muss aber jeder für sich selbst entscheiden. Selbständig sein kostet Dich was.

Was ist, wenn das alles schief läuft?

Dann läuft es halt schief. Das schlimmste, was mir passieren kann, ist, dass ich mir wieder einen Job suchen muss. Daher habe ich nicht so viel Bammel, dies anzugehen. Ich habe während meiner 12jährigen Anstellung immer brav etwas zurückgelegt. Auf dieses Puffer kann ich nun zurückgreifen und mich voll und ganz der Kreativität widmen.

Und wenn es tatsächlich zu knapp wird, dann werde ich mir einen 450,00 € Job suchen.

Also Du siehst: mit ein wenig Vorbereitung kann so ein Unterfangen durchaus machbar sein.

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